Heute ist der letzte Tag für unseren Besuch hier als JXK in Straßburg. Mittlerweile haben wir uns daran gewöhnt sehr früh aufzustehen, um zu unserer Nachtwache anzutreten. Der Tag heute war kälter als die letzten Tage, was nicht gut war, da das Immunsystem der FreundInnen an einem Punkt gekommen ist, an dem jeder kleiner Kältestoß eine Erkältung auslösen kann. Um 8 Uhr morgens waren die ersten Menschen schon da. Es war noch stockdunkel, jedoch mussten die Vorbereitungen für die heutige Kundgebung laufen. Als die ersten Hungerstreikenden aufwachten erzählten sie uns viel Unterschiedliches. Manche schliefen viel, manche fast gar nicht, da sie sich zu sehr darauf konzentrierten zu schlafen – alle wussten der Tag wird anstregend werden und viel Energie fordern. Die Kundgebung startete um 12 Uhr vor dem europäischen Parlament.
Wir als HelferInnen-Team teilten uns in 2 Gruppen auf, ein Teil ging früh zur Kundgebung, um dort alles vorzubereiten und als Ordner zu agieren, der andere Teil blieb länger im Verein, um diesen, nach einem riesen Anmarsch von BesucherInnen, sauberzumachen.
Vor dem Europäischen Parlament versammelten sich mehrere Hundert Menschen als Akt der Solidarität mit den Hungerstreikenden und für Freiheit Rêber Apos. Die Atmosphäre war sehr kämpferisch! Wir versammelten uns mit vielen weiteren YXK und JXK’lerinnen die heute da waren und sprachen uns über unser Vorgehen ab und diskutierten bald anstehende Aktionen.

sdr
Um ca. 13 Uhr kamen die ersten 4 GenossInnen vom Hungerstreik. Total krass wie motiviert und überzeugt die FreundInnen waren, dass sie bei dieser Eiseskälte nach draußen gingen als Protest. Wir mussten als OrdnerInnen uns wirklich durchkämpfen durch die Massen. Verständlicherweise wollten alle anwesenden mit den Hungerstreikenden reden, sie umarmen und einfach ihre Dankbarkeit ausdrücken. Und genau das mussten wir verhindern! ???? Nein also – wir mussten natürlich dafür sorgen, dass die FreundInnen nicht alle 2 Sek. Berührt werden von Menschen, dass ihnen alle nicht zu nahe kommen – um ihrer Gesundheit willen.

sdr
Die Hevals vom Hungerstreik haben im Zelt gesessen, während wir eine Menschenkette um sie machten.
Heute sahen wir so viele Mütter weinen und zugleich so viele, die nun mehr Energie hatten als je zuvor.
Auch heute waren einige bekanntere Menschen anwesend, wobei wir unsere Augen woanders hatten. Die HDP Abgeordnete Meral Danış Beştaş war u. a. da und hielt eine Rede.
Der Nachmittag war sehr schnell rum für uns – für die FreundInnen, so erzählten sie, hat es sich angefühlt, als wären sie mehrere Stunden dort gewesen. Vermutlich normal unter ihren Bedingungen. Kurz bevor die Kundgebung beendet wurde, gingen wir schon zum Verein, um noch einmal in aller Ruhe mit den FreundInnen sein zu können, bevor wir dann auch gehen mussten.
Die Tage in Straßburg haben sehr großen Eindruck bei uns hinterlassen und wir sind überzeugt, dass ihr Kampf nicht in den Leerlauf gerät. Wir sind entschlossener denn je und in den Gedanken stets bei unseren Hevals.
Danke für diese lehrreichen Gespräche – Danke für euren Widerstand!
Auf das wir gemeinsam für unsere Ideen kämpfen!
Bijî berxwedana Zindana!!!